7.13.5.8.2. Zusätzliche Regelbeziehung hinzufügen

Regelbeziehung zwischen zwei Translationen/Rotationen

Mittels Zusätzliche Regelbeziehung hinzufügen [Add an additional rule relationship] können Sie mehrere Bewegungen miteinander verknüpfen, dass sich bestimmte Bauteile, also beispielsweise die beiden Greiferbacken eines Greifers, nicht nacheinander, sondern synchron bewegen lassen.

Das Feature ermöglicht komplexe, formelbasierte Bewegungsabhängigkeiten zwischen Translationen und Rotationen in Baugruppen und verbessert insbesondere die Darstellung und Simulation beweglicher Baugruppen erheblich.

Vorgehensweise

Fügen Sie in einer Baugruppenkonfiguration im PARTdesigner eine zusätzliche Regelbeziehung zwischen zwei Regeln hinzu, sodass die Bewegung von Regel A mit der Bewegung von Regel B verknüpft wird.

  1. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Eintrag Zusätzliche Regeln [Additional rules] und anschließend auf Zusätzliche Regelbeziehung hinzufügen [Add an additional rule relationship].

    -> Das Dialogfenster Eigenschaften der zusätlichen Regelbeziehung [Properties of the additional rule relationship] wird geöffnet.

  2. Bestimmen Sie unter Regel A [Rule A] durch Auswahl von Bauteil [Part] und Anfügepunkt [Connection point] die gewünschte Regel [Rule].

  3. Bestimmen Sie unter Regel B [Rule B] durch Auswahl von Bauteil [Part] und Anfügepunkt [Connection point] die gewünschte Regel [Rule].

  4. Bestimmen Sie unter Bewegungstyp [Type of movement] für Regel A [Rule A] und Regel B [Rule B] jeweils im Listenfeld Translation [Translation] oder Rotation.

  5. Bestimmen Sie unter Bewegungsverhältnis [Movement relationship] die Formeln für A und B, die miteinander verknüpft werden sollen.

Details zur Formel

  • Im einfachsten Fall wird die Beziehung zwischen A und B durch zwei "X" ausgedrückt.

  • Die Formeln für Regel A und Regel B müssen Umkehrfunktionen voneinander sein (also beispielsweise bei A "X/2" und bei B "X*2").

  • X ist der freie Translations- oder Rotationswert der jeweils anderen Regel. Das bedeutet:

    • In der Formel für Regel A ist X der Wert der freien Bewegung von Regel B.

    • In der Formel für Regel B ist X der Wert der freien Bewegung von Regel A.

  • Ob es sich bei diesen Funktionen tatsächlich um Umkehrfunktionen handelt, wird über testmeta geprüft.

  • Über testmeta wird außerdem geprüft, ob die Werte innerhalb der für die Regeln definierten Min- und Max-Grenzen liegen.

  • Wichtig: Derzeit muss nur die Formel für B = ... angegeben werden, da die Funktion momentan nur in der Richtung arbeitet, in der die Baugruppe aufgebaut wird. Bewegungen müssen daher von Regel A nach Regel B definiert werden. Um B zu berechnen, wird der Wert von A benötigt (dieser steht in der Formel als X zur Verfügung).

  • In den Formeln können wie gewohnt Variablen der gesamten Baugruppe im Format VARIABLE@PART verwendet werden.

  • Es kann nur eine Teilmenge der verfügbaren mathematischen Funktionen in den Formeln verwendet werden, z. B.: SIN(X), COS(X), ABS(X), usw.

Animation

Um die Animation anzuzeigen (derzeit nur im PARTdesigner möglich), klicken Sie in der 3D-Ansicht auf die Schaltfläche Translationen und Rotationen animieren [Animate translations and rotations]. Dabei wurden bislang alle Translationen und Rotationen der Regeln nacheinander angezeigt. Jetzt werden Bewegungen, die über zusätzliche Regelbeziehungen miteinander verknüpft sind, gleichzeitig ausgeführt und gemeinsam animiert.

Weiteres Beispiel:

Mit entsprechenden Formeln können auch komplexe Bewegungen wie beispielsweise zwischen Kolben und Stange abgebildet werden.

Bekannte Einschränkungen:

Die Relationen funktionieren aktuell nur in der Reihenfolge, in der die Baugruppe aufgebaut wurde. Aktuell muss die Formel für die Bewegung von Regel A nach Regel B definiert werden.

Selbstreferenz

  • Wenn innerhalb einer Regel gleichzeitig eine Rotation und eine Translation möglich sein sollen (z. B. bei einer Schraube), können Sie das Verhältnis zwischen diesen beiden Bewegungsarten über eine Selbstreferenz definieren.

  • Hierzu erstellen Sie eine zusätzliche Regelbeziehung, bei der Regel A und Regel B identisch sind.

  • Der Bewegungstyp für Regel A und Regel B muss dabei auf unterschiedliche Werte gesetzt werden (z. B. Rotation und Translation).

  • Die Formel definiert anschließend das Verhältnis zwischen diesen beiden Bewegungsarten.